SPD: Freiheit und Demokratie verteidigen!

Oberhausens SPD war zu einem Parteitag der besonderen Art zusammengekommen, der unter dem Motto „Freiheit und Demokratie verteidigen!“ stand. Ein Film zeigte Bilder der mehr als 150-jährigen SPD-Geschichte, und der Oberhausener Schauspieler Torsten Bauer rezitierte die berühmte Rede des SPD-Reichstagsabgeordneten Otto Wels gegen das Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten aus dem Jahr 1933.

Torsten Bauer, Schauspieler am Theater Oberhausen.

Sonja Bongers, Tim Tzscheppan, Apostolos Tsalastras und Stefan Zimkeit MdL.

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„Die Sozialdemokraten haben so viel richtiggemacht“, blickte Bauer auf die Geschichte der SPD zurück und bat sie, „mit mehr Feuer“ für ihre Werte einzustehen. Viele Theater, auch Oberhausen, würden sich in der nächsten Zeit mit der deutschen Geschichte, auch den dunklen Seiten, auseinandersetzen. „Wir müssen wachsam sein“, beschrieb der Schauspieler die Aufgabe des Theaters und fügte hinzu: „Es gibt Tendenzen, die man belachen und ad absurdum führen muss.“ Apostolos Tsalastras antwortete: „Lachen hilft manchmal, auch wenn es manchmal Situation gibt, in denen es einem im Hals stecken bleibt.“

Sonja Bongers rief dazu auf, sich gegen die „hochgekochten Gefühle“ zu wehren, auf denen der Rechtspopulismus basiere. „Da geht es ja nicht um Fakten, sondern um Parolen“, stellte die SPD-Landtagskandidatin fest.

„Widersprechen und sich nicht umdrehen, als hätte man nix gehört!“ lautete der Appell von Stefan Zimkeit, auf rassistische Sprüche konsequent zu reagieren. Dies gelte auch im Umgang mit der AfD, die zwar keine neofaschistische Partei wie die NPD sei, aber antidemokratisch. „Die AfD will unsere Weltoffenheit zerstören“, so Zimkeit. Oberhausens Juso-Vorsitzender Tim Tzscheppan wies auf die „Pulse of Europe“-Bewegung hin, die jeden Sonntag in verschiedenen Städten für ein geeintes Europa demonstriert. „Das macht Hoffnung“, sagte er in der von Apostolos Tsalastras moderierten Diskussion.