Postos Bahnhof mit Christina Kampmann

Apostolos Tsalastras hatte Christina Kampmann eingeladen, die mit 36 Jahren jüngste Landesministerin, und hat mit ihr 90 vergnügliche Minuten in „Postos Bahnhof“ verbracht. „Als Hannelore Kraft mich angerufen hat, hatte ich gedacht, dass das Alter keine Rolle spielt“, erinnerte sich Christina Kampmann an ihre Berufung.

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Christina Kampmann ist Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.

Stefan Zimkeit, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Die Stadtverordnete Sonja Bongers ist SPD-Landtagskandidatin.

Zur Halbzeit von „Postos Bahnhof“ hat Apostolos Tsalastras auch Sonja Bongers und Stefan Zimkeit auf die Bühne des „Gdanska“ gebeten.

Die Presse thematisiere das Alter hingegen sehr oft, bei einem Mann würde sie das nicht tun, ist Kampmann überzeugt. „Politik muss von Menschen aller Generationen gemacht werden.“ Dass ihr Ministerium ein so großes Feld umfasst – Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport – mache ihr große Freude. „Ich bin in die Kitas gefahren, habe mir viele Kultureinrichtungen angeschaut und gehe in die Sportvereine“, erzählte sie von ihren ersten Schritten im Ministerium.

Apostolos Tsalastras, der mit seiner Gesprächsreihe wegen des Bahnhofsumbaus ins „Gdanska“ umgezogen ist, lobte die Kulturministerin Kampmann für den Kulturförderplan des Landes. Er freute sich über eine weiter Unterstützung der örtlichen Szene, insbesondere das Theater Oberhausen. Der scheidende Intendant Peter Carp, der im Publikum saß, lobte, dass es in NRW eine Kultur des Austausches gibt und er immer „zugewandte Gesprächspartner“ gefunden habe. Christina Kampmann möchte, dass die Kultur verstärkt in die digitale Zukunft geht. „Das Urheberrecht müssen wir verändern, aber nicht zulasten der Urheber“, sagte sie zu Ideen, beispielsweise Theaterstücke im Internet zu streamen.

„Wir wollen Kitas in einer Kernzeit von 30 Stunden beitragsfrei machen“, beschrieb Christina Kampmann die Position der NRW-SPD, die auf Ablehnung bei der Opposition und den Grünen stößt. Der SPD-Finanzexperte Stefan Zimkeit ergänzte: „In Städten, die es sich leisten können, etwa in Düsseldorf, sind die Kita-Gebühren schon jetzt bei null. Das ist ungerecht.“ Er betonte, dass es um Qualitätsverbesserung in den Kitas durch mehr Personal und die gezielte Entlastung der Familien gehe. „Für beides steht die SPD.“ Landtagskandidatin Sonja Bongers wies darauf hin, dass kostenfreie Kitas für junge Mütter sehr wichtig seien, für die sich ein Berufseinstieg aus finanziellen Gründen ansonsten kaum lohne.

„,Kein Kind zurücklassen‘ hat Vorbildcharakter“, stellte Christina Kampmann ein Kernprojekt der Landesregierung vor, das inzwischen auch im Ausland Beachtung findet. Für solch ein Programm brauche es Mut, sagte sie, denn die Einsparungen durch verbesserte Vorbeugung werde es nicht nach zwei oder drei Jahren geben. „Aber am Ende wird es den Kindern zu Gute kommen“, ist Kampmann überzeugt.