Fitscher Guss: Über Bedarf ausbilden

Der hohe Gewerbesteuersatz war Thema bei einem Besuch von Apostolos Tsalastras bei dem alteingesessenen Unternehmen Fitscher Guss. Einig waren sich Tsalastras und die Unternehmensleitung, dass der neue Spielraum im Haushalt ab 2018 genutzt werden soll, weitere Hebesatzerhöhungen zu verhindern und ein Signal in Richtung Reduzierung der Hebesätze zu geben.

„Ich bin im Gespräch mit der Landesregierung, um die Entlastung bei den Sozialausgaben durch den Bund für diesen Zweck nutzen zu können“, so Stadtkämmerer Tsalastras. Da der Kontakt zu Hochschulen und Universitäten für Fitscher Guss von großer Bedeutung ist, regt Tsalastras an, die Vernetzung zwischen Unternehmen und Wissenschaft über das Fraunhofer-Institut Umsicht und die Wirtschaftsförderung der Metropole Ruhr zu verbessern.

Firmeninhaber Dieter Fitscher und Geschäftsführer Stefan Michel begrüßten das Interesse seitens der Stadtverwaltung, Kontakt mit den mittelständischen Oberhausener Unternehmen zu halten. Das 1900 gegründete Unternehmen Fitscher Guss, das seit 2008 über einen zweiten Standort in Oberhausen verfügt, ist stolz auf die hohe Qualität seiner Produkte. Die Firma hat sich spezialisiert auf die Fertigung von Kupfergusslegierungen in den Gießverfahren Schleuder-, Strang- und Kokillenguss für alle Abnehmerbereiche.

Dieter Fitscher erläuterte, dass in den vergangenen Jahrzehnten – nach Wegfall der Altkunden aus dem Ruhrgebiet, wie zum Beispiel Krupp Rheinhausen – ein komplett neuer Markt aufgebaut werden musste. Mittlerweile betrage der Exportanteil rund 30 Prozent, mit steigender Tendenz.

Ganz aktuell findet eine Ausweitung des Unternehmens statt. Auf dem neu erworbenen Nachbargrundstück entstehen rund 600 Quadratmeter neue Lagerflächen, die annähernd komplett mit einer attraktiven Grünflächenbedachung versehen werden. In diesem Zusammenhang erteilte Fitscher der Stadtverwaltung ein großes Lob. Er betitelte die Zusammenarbeit als „kooperativ, unterstützend und zügig“.

Neben der Darstellung der Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung Oberhausen stellte Tsalastras die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zur Standortqualität Oberhausens dar, die im September 2015 präsentiert werden. Geschäftsführer Michel wies auf die aus seiner Sicht wichtigsten Anforderungen an die Stadt, wie schnelles Internet, die Erschließung von Gewerbeflächen sowie die Steigerung der Attraktivität in den Bereichen Schule und Bildung, Wirtschaft, Stadtentwicklung und Tourismus hin. Da das Unternehmen vorrangig den Straßenverkehr für den Transport nutze, ist die Verfügbarkeit der Verkehrsanbindung hier von großer Bedeutung. Die Unternehmensleitung begrüßte das Engagement von Tsalastras für eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet und das Zukunftsinvestitionsprogramm Bildung, da beide Initiativen für Zukunftsfähigkeit Oberhausens wichtig seien.

Stefan Michel betonte, dass Fitscher Guss jedes Jahr über Bedarf ausbildet, um den Jugendlichen die Chance zu geben, Fuß in der Gesellschaft zu fassen, auch wenn nicht immer eine Übernahme gewährleistet werden könne. Pro Auszubildendem stecke das Unternehmen rund 20.000 Euro zusätzlich in die Ausbildungsbegleitung. Apostolos Tsalastras war von diesem engagierten Vorgehen begeistert und regte eine gemeinsame Initiative aller Beteiligten am Arbeitsmarkt für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit an.