Ausbildungsplätze und Jugendarbeitslosigkeit

„Wir dürfen die Schuld für die fehlenden Ausbildungsplätze nicht den Jugendlichen geben und so die Wirtschaft aus der Verantwortung entlassen“, so reagierte Apostolos Tsalastras auf Aussagen der Oberhausener CDU-Politikerin Marie Luise-Dött. Das Mitglied des Bundesvorstandes der CDU-Wirtschaftsvereinigung hatte zur Ausbildungssituation erklärt, „die Wirtschaft habe eine gewisse Verantwortung, vor allem aber seien die Jugendlichen in der Pflicht“.

Tsalastras sieht dagegen die Wirtschaft in der Pflicht, ausreichend Ausbildungsplätze anzubieten, um Jugendlichen eine Berufsperspektive zu bieten und den Fachkräftemangel zu bekämpfen. „Es gibt in Oberhausen zahlreiche engagierte Betriebe insbesondere im Handwerk, die ausbilden. Leider entziehen sich aber auch immer mehr Unternehmen dieser Verantwortung“, kritisiert der Stadtkämmerer die zurückgehende Anzahl der Ausbildungsbetriebe.

Tsalastras kündigt an, dass der „Konzern Stadt“ seine Anstrengungen im Bereich Ausbildung verstärken wird. „Wir bilden bereits über unserem Bedarf hinaus aus, um mehr Jugendlichen eine Berufsqualifikation zu ermöglichen. Dies müssen wir noch verstärken“, so der Erste Beigeordnete der Stadt.

Zufrieden zeigt sich Tsalastras, dass die Bundestagsabgeordnete Dött die Initiative von Stadt und Arbeitsagentur befürwortet, die Angebote für Jugendliche zusammenzuführen. „Das gemeinsame Vorhaben, die Hilfen für Jugendliche zu verbessern, könnte Frau Dött auch in Berlin unterstützen. Mehr Geld für Fördermaßnahmen, eine kontinuierliche Mittelvergabe für Träger, die sich für Jugendliche engagieren, und weniger Bürokratie bei Programmen für Ausbildung wären wichtige Schritte“, nennt Tsalastras konkrete Punkte, die eine CDU-Abgeordnete im Bundestag einfordern könnte. „Das würde gerade den in Oberhausen sehr engagierten Trägern von Berufsfördermaßnahmen helfen, ihre Angebote für Jugendlichen weiter zu verbessern.“

Vor Ort müssten die Träger der Maßnahmen in die weiteren Planungen von Stadt und Arbeitsagentur eingebunden werden. „Es reicht nicht aus wenn Stadt und Arbeitsagentur enger zusammenarbeiten, wir brauchen hier auch das Fachwissen und die Unterstützung der freien Träger“, betont Tsalastras und kündigt eine enge Zusammenarbeit mit den Trägern und Oberhausener Betrieben an. „Wir wollen keinen Jugendlichen zurück lassen, und das können wir nur gemeinsam erreichen“, lädt Apostolos Tsalastras alle Beteiligten zur Zusammenarbeit ein.

Kritik übt Tsalastras in diesem Zusammenhang auch an seiner Parteikollegin Andrea Nahles (SPD). „Zwar ist es wichtig, mehr für Langzeitarbeitslose zu tun. Dies darf aber nicht auf dem Rücken von Jugendlichen geschehen, die einen Ausbildungsplatz suchen“, kritisiert er die soeben bekannt gewordenen Pläne der Bundesarbeitsministerin, Mittel umzuschichten und dadurch bei der Förderung für arbeitsloser Jugendlicher zu kürzen. In Berlin müsse sichergestellt werden, dass in Regionen mit fehlenden Ausbildungsplätzen mehr und nicht weniger Fördergelder zur Verfügung stehen, fordert Apostolos Tsalastras. Dafür müsse sich auch die Abgeordnete Dött gegenüber ihrem Parteikollegen Finanzminister Schäuble (CDU) einsetzen. „Das Geld darf nicht mit der Gießkanne verteilt werden, sondern es muss gezielt geholfen werden.“