Abrissparty: Markthalle macht Platz für Jobcenter

Mit einer „Abrissparty“ läutete die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) offiziell das Ende der maroden Oberhausener Markthalle und ihrer Nebengebäude ein. Apostolos Tsalastras bezeichnete den Neubau eines Verwaltungsgebäudes am Altmarkt als wichtiges Signal für die Entwicklung der Oberhausener Innenstadt.

Stadtentwicklungsdezernentin Sabine Lauxen, Apostolos Tsalastras, Minister Michael Groschek und Moderator Olaf Biernat.

Stadtentwicklungsdezernentin Sabine Lauxen, Apostolos Tsalastras, Minister Michael Groschek und Moderator Olaf Biernat.

Im Zeitalter des Onlinehandels brauche man intelligente Lösungen, um die Innenstadt lebendig zu halten, betonte Stadtkämmerer Tsalastras. Dazu zählte er neben attraktiven Wohnungen wie im Pacelliquartier oder dem neuen Jugendzentrum „Place 2 be“ auch den Dreiklang von „Kino, Kunst und Kneipe“, um Menschen in die Fußgängerzone zu bringen und zu halten.

„Abbruch ist Aufbruch“, brachte es Landesbauminister Michael Groschek auf den Punkt. Fünf Monate lang werden die Bagger voraussichtlich benötigen, um die leerstehenden Gebäude zwischen Friedrich-Karl- und Gutenbergstraße einzureißen und über 17.000 Tonnen Bauschutt zu beseitigen. Bereits Anfang 2016 sollen sich die Kräne für das neue Jobcenter drehen, dessen Eröffnung für 2017 vorgesehen ist. 210 Dienstleitungsarbeitsplätze werden gezielt in die Innenstadt verlagert, um diese zu stärken. Direkt am Altmarkt entsteht ein zusätzliches gastronomisches Angebot, das sich ausdrücklich nicht nur an die Jobcenter-Belegschaft richtet, sondern für alle Innenstadt-Besucher gedacht ist.

Der Clou ist jedoch auf dem Dach des voraussichtlich sechsgeschossigen Gebäudes geplant: Hier entsteht auf rund 1000 Quadratmetern ein spektakuläres Gewächshaus für den Gemüseanbau mitten in der City. Dazu kooperiert die OGM mit dem Forschungsinstitut Fraunhofer Umsicht. Die Bundesregierung fördert das Vorhaben als „städtebauliches Premiumprojekt“ mit 2,3 Millionen Euro.

„Tomaten vom Dach“ folgen dem weltweiten Mega-Trend des „urban gardening“, des meist kleinräumigen Obst- und Gemüseanbaus mitten in Siedlungsgebieten. Für Fachleute absolut keine spleenige Idee , sondern eine ernstzunehmende Antwort auf aktuelle Fragen von Mikroklima und Stadtentwicklung, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. Dabei sollen Abwärme und Abwasser aus dem Gebäude für das Gewächshaus genutzt werden. Fraunhofer forscht dazu bereits seit vielen Jahren. „Es freut mich besonders, dass wir deutschlandweit das erste Projekt dieser Art ausgerechnet in meiner Heimatstadt umsetzen können“, so Volkmar Keuter, Projektleiter bei Fraunhofer Umsicht.